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22. Juli 2026 | 07:00 Uhr
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Agaplesion testet KI-Assistenten für Pflege und Kliniken

In den Einrichtungen des konfessionellen Gesundheitskonzern Agaplesion geht ein KI-gestützter Wissensassistenten in Betrieb. Das System soll Beschäftigten in den 41 Wohn- und Pflegeeinrichtungen sowie den Krankenhäusern den Zugriff auf interne Dokumente erleichtern und Fragen zu Standards und Abläufen beantworten, so der Kölner IT-Dienstleister Timetoact, der den Chatbot zusammen mit Agaplesion entwickelt hat. Agaplesion bestätigte Care vor9, dass sich das Projekt in der Erprobungsphase befindet, wollte sich darüber hinaus aber nicht äußern.

Der Wissensassistent soll bei Recherche und administrativer Arbeit unterstützen

Nach Angaben von Timetoact beantwortet der interne KI-Assistent Fragen von Mitarbeitern in natürlicher Sprache und durchsucht dafür den gesamten freigegebenen Dokumentenbestand des Unternehmens – von Richtlinien und Verfahrensanweisungen bis zu Qualitätsstandards. Es gehe darum, zeitaufwendige Recherchen zu verkürzen und Wissen schneller verfügbar zu machen. 

Agaplesion mit Sitz in Frankfurt zählt mit einem Jahresumsatz von rund 1,9 Milliarden Euro zu den größten konfessionellen Gesundheitskonzernen Deutschlands. Zum Verbund gehören unter anderem 18 Krankenhäuser sowie 41 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit Timetoact und IBM.

Die KI greift nur auf hinterlegte, geprüfte Dokumente zu

Nach Angaben von Timetoact basiert der Assistent auf dem sogenannten Retrieval Augmented Generation (RAG). Das bedeutet: Anders als frei arbeitende KI-Modelle greift das System bei seinen Antworten ausschließlich auf hinterlegte, geprüfte Dokumente zurück und verweist auf die jeweilige Quelle. Findet es keine passende Information, weist es darauf hin, statt eine plausibel klingende, aber möglicherweise falsche Antwort zu erzeugen. Damit soll das Risiko fehlerhafter KI-Antworten deutlich sinken.

Der Wissensassistent soll sowohl in den Krankenhäusern als auch in den Pflegeeinrichtungen bei der Recherche und administrativen Aufgaben unterstützen. Nach Angaben von Timetoact steht den Beschäftigten dafür eine Chatoberfläche im Intranet zur Verfügung. 

Der Ausbau von KI-Anwendungen gehört seit mehreren Jahren zur Digitalisierungsstrategie des Konzerns. Der Kopf dahinter ist Sebastian Polag, im Vorstand der gemeinnützigen Aktiengesellschaft zuständig für Finanzen und IT.

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