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13. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Aiutanda-Chef Schubert – vom Segel- zum Pflegeabenteuer

Als Marineoffizier kam Christoph Schubert (Foto) seinem Traumberuf Seefahrer schon sehr nahe. Dass der Ingenieur nach einem Segeltörn um die Welt in der Pflege landete, war kein "Masterplan", verrät der Aiutanda-Chef im Care-vor9-Fragebogen "Persönlich" – ebenso, warum er Alexander von Humboldt gerne mal getroffen hätte und was er an Boeuf Bourguignon liebt.

Schubert Christoph aiutanda Geschäftsführer 3

Christoph Schubert ist Chef von Aiutanda, einem der größten privaten Pflegeanbieter in Deutschland

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Entdecker und Seefahrer – Hauptsache frei und möglichst wenig vorbestimmt. Im Rückblick war mir früh klar: Ich wollte Neues entdecken, Verantwortung übernehmen, ohne mich jemals einengen zu lassen.

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Ehrlich gesagt: nicht durch einen Masterplan, sondern durch Begegnungen und Erlebnisse mit Menschen, die mich geprägt haben – und durch das Gefühl, dass das, was wir tun, eine Relevanz besitzt, wie kaum etwas anderes. Sich um Menschen zu kümmern, hat eine sinnstiftende Aufgabe und das lässt einen nicht mehr los.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Ein Mix aus Gestaltungskraft, Menschlichkeit und Realitätssinn. Wir arbeiten in einer Branche, die gleichzeitig brutal herausfordernd und zutiefst sinnstiftend ist. Wenn wir etwas verbessern, verbessert sich immer das Leben echter Menschen – das macht mich jeden Tag stolz.

Was nervt Sie am meisten?
Dass wir in Deutschland oft lieber Regularien stapeln als Lösungen. Und dass Pflege immer noch zu wenig als Innovationsfeld verstanden wird. Manchmal wünsche ich mir einfach mehr Mut.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Schon wieder😉 Dann nochmal ein Segeljahr – aufs Meer, weg vom Kalender, hin zum Rhythmus der Natur. Und wahrscheinlich würde ich nach drei Monaten wieder anfangen, ein neues Projekt zu planen. Ganz abschalten kann ich selten.

Wie schalten Sie ab?
Natur, Sport, Ski, Segeln, gutes Essen – und Reisen. Am schnellsten: ein Meer- oder Bergblick, genussvolle Ruhe, ein Glas Wein und ein Sonnenuntergang, der keinen Termindruck kennt.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Aktuell lese ich das illustrierte Buch "Kurze Antworten auf große Fragen" von Stephen Hawking. Ich dachte, ein bisschen Kosmos könnte nicht schaden – schließlich fühlt sich die Pflegebranche ja manchmal auch an wie ein schwarzes Loch, aus dem man nur mit Humor und guter Physik entkommt. Hawking erklärt das Universum, und ich versuche parallel, meines zu verstehen.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Oppenheimer" – weil mich visionäre Denker faszinieren, selbst wenn sie in schwierigen Zeiten leben.

Ihr Lieblingsessen?
Boeuf Bourguignon – ein Gericht, das so lange vor sich hin schmort, bis selbst mein Kalender entspannter aussieht. Wenn der Duft durch die Küche zieht, weiß ich: Egal, wie turbulent der Tag war – am Ende wird alles gut. Und wenn nicht: Es gibt immerhin Rotwein.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Segelboot oder Berghütte – je nach Wetterlage und Lust auf Meer oder Berge.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Alexander von Humboldt. Ich würde ihn gerne treffen, weil ich unbedingt wissen möchte, wie man es schafft, gleichzeitig Naturforscher, Weltreisender, Universalgelehrter, Menschenfreund und Energiebündel zu sein – ganz ohne Smartphone, Kalender-App oder Assistenzsysteme. Außerdem hoffe ich insgeheim, dass er mir verrät, wie man mit so viel Neugier durchs Leben geht, ohne jemals den Überblick zu verlieren. Und vielleicht würde er mich sogar auf eine kleine Expedition mitnehmen – notfalls auch nur in den Englischen Garten.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Selbstbestimmt, neugierig und möglichst in der Nähe der Menschen, die mich durchs Leben begleitet haben. Und sehr gerne irgendwo, wo man die Berge sieht – oder das Meer. Am besten beides.

Christoph Schubert ist Gründer und Chef von Aiutanda, einem der größten privaten Pflegeanbieter in Deutschland mit rund 2.700 Mitarbeitern und Sitz in München. Der Ingenieur war Marineoffizier, Unternehmensberater bei McKinsey und Manager in der Automobilindustrie. Sein Einstieg in die Pflege war die Gründung der Deutschen Fachpflege im Jahr 2011, die er nach fünf Jahren verkaufte. Nach einer Auszeit und Weltreise gründete Schubert 2017 mit vier Partnern Aiutanda.

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